Kalte Füsse? Radfahren in der kalten Jahreszeit. Bekleidungstipps PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: TF   
Donnerstag, den 21. November 2024 um 16:37 Uhr

Beiträge im Blog geben die Meung des Autors, nicht zwingend die der Ortsgruppe oder des gesamten ADFC wieder. In diesem Beitrag gibt unser Verkehrsrechtlicher Sprecher und Tourguide Torben Frank gesammelte Bekleidungstipps für die kalte Jahreszeit wider. Der Autor ist Alltagsradfahrender und fährt das gesamte Jahr über., außerdem hat er sich fü einen Vortrag zum Thema Radfahren im Winter damit auseinandergesetzt. Auf der Seite des Bundesverbandes gibt es ebenso Beiträge zum Thema.

Die Fahrradsaison dauert von 1. Januar bis 31. Dezember. Es gibt kein schlechtes Wetter, nur ungeeignete Ausrüstung und Beleidung. So gibt es Tipps, um Züge und Schaltung des Fahrzeugs Winterfest zu machen. Bei Blitzeis läßt sich mit Winterreifen sehr sicher fahren. Wirkliche Hürden sind eigentlich nur Gewitter oder sehr starker Wind. Nagut, bei sehr dicker Schicht pulvrigen Schnees helfen beim einspurigen Fahrrad auch die besten Winterreifen nicht, ebenso ist sehr grobes Kopfsteinpflaster bei Schnee oder Eis ungeeigneter Untergrund. Winterreifen mit Spikes sollen hier aber nicht das Thema sein.

Bei der Halbtagestour Spezial Anfang November kam das Thema kalte Füsse auf. Und die über die Jahre gesammelten Tipps und Erfahrungen will ich hier zusammentragen. Deswegen arbeiten wir uns hier über die Füsse zum Kopf. Und es sollen vor allem preisgünstige oder mit Bordmitteln realisierbare Lösungen aufgeführt werden. Deswegen gehen ich auf Wärmpads für Schuhe oder Handschuhe nicht weiter ein.

Füsse & Unterschenkel

Der Fuss ist beim Radfahren zwar als Antrieb durchwegs in Bewegung, aber kalte Zehenspitzen treten auf. Von erfahrenen Alltagsradfahrenden kommt der Tipp, die Schuhe Winddicht zu machen. Im Radsport gibt es Zehenwärmer, die über die Spitze des Schuhs gezogen werden. Aber die meisten von Uns haben ohnehin für Regenfahrten Überzieher für die Schuhe. Die schließen sogleich auch den Übergang zwischen Hose und Schuh bzw. Socke ab. Anders als Regendichte oder winddichte Socken, sind diese Gamaschen mit integrierten Fusswärmern schon in vielen Haushalten vorhanden. Im übrigen Jahr halten sie die Füsse trocken, in der kalten Jahreszeit bilden die Überschuhe eben noch eine weitere, dazu wind- und wasserdichte Schicht. Der Fuss bleibt länger war. Übrigens gäbe es auch noch explizite Thermoüberschuhe . Für Alltagsfahrten und kurze Radtouren sollten aber Wintersocken und Regenüberschuhe über den Schuhen genügen. Damit kommt dann auch kein kalter Luftzug ins Hosenbein. Und ein Nebeneffekt von extra langen Gamaschen ist, dass hoch spritzender Dreck die Hose nicht verschmutzt.
Spezielle Fahrradsocken sind unter der Sohle gepolstert. Im Prinzip funktionieren auch Wandersocken sehr gut. Wer warme Wollsocken - Wenn Merino, dann bitte ohne Tierqual! - hat, zieht diese an. Ansonsten gäbe es auch explizite Winter-Fahrradsocken.

Oberschenkel und Oberkörper

Ich habe gute Erfahrungen mit Wanderhosen mit Stretchmaterial gemacht. Diese sind deutlich günstiger verfügbar als Fahrradhosen. Wegen der sich bewegenden Knie empfielt es sich, bei der Unterwäsche auf dehnbares Material zu achten, wenn etwa eine Lange Unterhose eingesettzt wird. Ein Trick ist es auch, sie am Oberschenkel höher zu ziehen, um Bewegungsfreiheit zu haben. Im Frühjahr werden Ski-Hosen verramscht, ein guter Anlass sich für den Winter mit einem Exemplar mit dünnerem Stretchmaterial zuversorgen. Auch gibt es warme Softshell-Trekkinghosen, welche wiederm alltagstauglicher sind. Ein häufig geäußerter Tipp ist es, über die Hose eine Regenhose zu ziehen. Diese bildet dann eine weitere, dazu windundurchlässige Schicht. Die eine bleiben warm.
Für den Oberkörper empfiehlt sich die Zwiebel erst recht. Über das Hemd kommt eine Weste oder Strickjacke, darüber die eigentliche Jacke. Auch hier kann wiederum eine Regenjacke über die unteren Schichten gezogen werden. Ich habe übrigens sehr gute Erfahrungen mit Overlayern aus dem Ski-Bereich gemacht, die haben Thermo-Funktion, sind dazu häufig günstiger als explizite Fahrradbekleidung verfügbar.
Am Hals schützt ein klassischer Schal oder ein Schlauchschal davor, dass Kälte in die Jacke eindringt.

Die Hände

Nicht optimal, aber günstig ist die Lösung, sich ein paar Ski-Fingerhandschuhe über die normalen Handschuhezu ziehen. Ein Paar Strickhandschuhe unter einem Paar zwei Nummern größer gekauftem Paar Handschuhe vom Discounter tut eigentlich schon gute Wirkung. Es gibt Alltagsradfahrende, welche am Lenker Lösungen befestigt haben, welche die Hände vor dem kalten Wind zu schützen. Es gibt aber richtig gute Handschuhe, aber die haben ihren Preis, sind dafür jedoch atmungsaktiv, wasser- und winddicht, bieten dabei einen guten und sicheren Grip. Und der sichere Griff am Lenker sollte immer gegeben sein.

Der Kopf

Eine gute Mütze hilft gegen das Auskühlen am Kopf. Es empfiehlt sich, die Ohren zu bedecken. Eigentlich tut es jede Mütze. Bei Schnee kann eine Brille helfen. Ich persönlich finde den Schirm einer Mütze hilfreich, auch weil ich damit den Lichtsmog von den Augen fernhalten kann. Wer mit Helm fährt, findet diverse Unterhelm-Lösungen. Da gibt es die Schirmmützen aus dem Radsportbereich, aber auch Unterhelmmützen für den Winter. Das Rädchenhinten am Helm hilft bei der Anpassung an den vergrößerten Kopfumfang. Der Regenüberzug fürden Helm kann hier eine weitere Lage bilden, im Helm besteht ein Luftpolster, das von der Abwärme des Körpers gespeist wird. Im Sommer sollen die "Löcher" im Helm für Belüftung sorgen; mit Helmüberzug nutzen wir sie zum Warmhalten.Wer das Gesicht warmhalten will, findet im Motorrad- oder Ski-Accessoire-Angebot genau wie unter Fahrradbekleidung Lösungen. Ein Schal oder Schlauchschal kann hier ebenso helfen. Wer Mütze und Schal verknüpfen will, wird mit "Surmhaube" oder Baclava fündig.

Fazit

Schon mit den üblicherweise vorhandenen Textilien und Mitteln läßt sich mit dem Zwiebeleffekt eine warme Bekleidung ermöglichen. Regenbekleidung ist als äußere Schicht einsetzbar und schützt vor kaltem Wind.

 

© ADFC 2010